01

Aus Verstehen wird Erfahrung

Oft wissen wir genau, was sich in unserem Leben wiederholt, und können es dennoch schwer verändern. Im Psychodrama können eine Beziehung, eine Entscheidung oder ein innerer Konflikt in der Gruppe dargestellt werden. Haltung, Abstand, Blick und Schweigen werden Teil einer beobachtbaren Erfahrung.

02

Sich selbst von einem anderen Ort aus sehen

Der Rollentausch ermöglicht, vorübergehend an die Stelle eines anderen Menschen, einer inneren Stimme oder eines Gefühls zu treten. Er behauptet nicht, dass wir das Erleben des anderen kennen, sondern untersucht, was aus einer anderen Position wahrnehmbar wird. Auch das Spiegeln eröffnet einen Blick von außen.

03

Die Gruppe ist keine Kulisse

Die Gruppenmitglieder sind keine passiven Zuschauer. Sie übernehmen Rollen, tragen die Arbeit durch ihre Anwesenheit mit und knüpfen anschließend mit eigenen Erfahrungen daran an. Im Beziehungsnetz der Gruppe wird zudem sichtbar, wie wir uns annähern, zurückziehen, bitten und reagieren.

04

Neue Antworten können erprobt werden

Die psychodramatische Bühne ist ein Zwischenraum zwischen Realität und Vorstellung. Vergangene Situationen, gegenwärtige Beziehungen, unausgesprochene Sätze oder eine vorgestellte Zukunft können dort erscheinen. Die Probe garantiert keinen bestimmten Alltag, vermittelt aber die Erfahrung einer anderen Möglichkeit.

05

Wofür ist es nicht gedacht?

Psychodrama ist keine schauspielerische Leistung und verlangt kein Bühnentalent. Eine Selbsterfahrungsgruppe passt nicht in jeder Lebenslage gleichermaßen. Im Aufnahmegespräch prüfen Interessierte und Gruppenleitung deshalb gemeinsam, ob Form, Zeitrahmen und Gruppensituation geeignet sind.

06

Begegnung mit uns selbst in Gegenwart anderer

Selbsterkenntnis geschieht im Psychodrama nicht isoliert. Veränderung ist ein Prozess: die gewohnte Rolle bemerken, eine andere Perspektive erleben, eine neue Antwort versuchen und beobachten, wie sich diese Erfahrung in den Alltag übertragen lässt.