Das Buch und sein Hintergrund
Der 2026 erschienene Band Társas utazás wurde von Zsuzsa Mérei, András Vikár und Zsolt K. Horváth verfasst und von der Budapest Metropolitan University in der Reihe METU Teória herausgegeben. Der Titel erinnert an Ferenc Méreis Bild einer gelungenen Gruppenerfahrung als gemeinsamer Reise.
Warum braucht ein Film ein Buch?
Der Film wirkt unmittelbar durch Gesichter, Bewegungen, Pausen und Handlungen. Das Buch verlangsamt die Erfahrung und ordnet den Film in die Geschichte des ungarischen Psychodramas sowie in sein fachliches und kulturelles Umfeld ein. Beide Medien ergänzen einander.
Mehrere Perspektiven
Der Band verbindet Gespräche, fachliche und filmhistorische Studien, persönliche Erinnerungen und Bildmaterial. Er bringt die Sichtweisen von Teilnehmenden, Gruppenleitung, Filmschaffenden und späteren Zuschauern zusammen, ohne sie auf eine einzige Deutung zu reduzieren.
Die Ethik der Sichtbarkeit
In einer Psychodrama-Gruppe können intime und verletzliche persönliche Inhalte auftauchen. Eine Kamera wirft Fragen nach Beobachtung, Einwilligung, Würde und Verantwortung auf. Für den Film wurde eine eigene Selbsterfahrungsgruppe mit zehn Sitzungen und klaren Schutzrahmen organisiert.
Zwischenraum von Realität und Spiel
Die psychodramatische Bühne ist ein Zwischenraum, in dem reale persönliche Erfahrungen jenseits der unmittelbaren Alltagsregeln ins Spiel kommen. Im Film entsteht eine ähnliche Doppelheit: Wir sehen wirkliche Menschen und echte emotionale Prozesse, zugleich aber ein gestaltetes filmisches Werk.
Die Sicht des Pszichodráma Labor
Der zentrale Wert des Buches liegt darin, dass Psychodrama nicht aus einer einzigen Perspektive erfasst werden kann. Veränderung beginnt, wenn eine Situation von mehreren Positionen aus sichtbar wird und neben die vertraute Geschichte andere Erfahrungen treten können.

